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Donnerstag, 13. Dezember 2018 - 08:47 Uhr

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Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd (HBP)

In Deutschland unterscheidet man unter dem Oberbegriff "Reittherapie" oder "therapeutisches Reiten" 3 Fachbereiche mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Hippotherapie: Dieser Bereich vertritt die medizinische Komponente der tiergestützten Arbeit und ist eine spezielle krankengymnastische Maßnahme, die sich der Bewegung des Pferdes als therapeutisches Medium bedient.

Reitsport für Menschen mit Behinderung: Bei diesem Angebot steht der sportliche Aspekt im Vordergrund. Menschen mit Behinderung sollen durch den Umgang und das Reiten auf dem Pferd Gemeinschaft, Freude und eine erfüllende Freizeitbeschäftigung erleben.

Heilpädagogisches Reiten/Voltigieren: Das heilpädagogische Reiten/Voltigieren sieht seinen Schwerpunkt in der individuellen Förderung des Klienten über das Medium Pferd. Der Mensch wird dabei ganzheitlich, d.h. Körper-Seele-Geist, angesprochen. Psychologische, pädagogische, rehabilitative und sozio-integrative Aspekte stehen dabei im Vordergrund.

Das Heilpädagogische Begleiten mit dem Pferd sieht sich als eine Weiterentwicklung des Heilpädagogischen Reitens/Voltigierens und wurde von Monika Brossard als Ergebnis jahrelanger Erfahrungen und Beobachtungen während ihrer Arbeit als Reittherapeutin und Reitpädagogin konzipiert.

Was ist HBP?

Das Heilpädagogische Begleiten mit dem Pferd, kurz HBP, ist eine geführte Begegnung mit Pferden, die den Menschen ganzheitlich, d.h. Körper, Seele und Geist gleichermaßen anspricht.
Es umfasst pädagogische, psychologische und sozio-integrative Aspekte in der Begegnung mit dem Pferd. Im Vordergrund stehen dabei die Emotionalität und der Beziehungsaufbau zum Pferd.

Für wen eignet sich HBP?

Generell eignet sich HBP für alle Kinder ab 4 Jahren und Erwachsene, die auf eine repektvolle, achtsame und nicht leistungsorientierte Weise mit dem Individuum Pferd in Kontakt treten möchten. Das wertfreie Angenommensein im Umgang mit dem Pferd und die direkte und authentische Rückmeldung auf das eigene Verhalten unterstützt die Entwicklung persönlicher Ressourcen und Kraftpotenziale. Dies setzt neue oder verloren gegangene Energie frei und stärkt das Vertrauen in die eigene Person.

Insbesondere eignet sich HBP bei Menschen mit
• angeborenen oder erworbenen Entwicklungsstörungen, Defiziten oder körperlichen bzw. geistigen Behinderungen
• Hyperaktivität sowie Autismus
• Wahrnehmungsstörungen / Sinnesbehinderungen
• Selbstwertproblematik
• Psychosomatischen Störungen
• Ängsten, Phobien, Zwangserkrankungen
• Persönlichkeitsstörungen
• Krisen im allgemeinen

Welche Methoden werden angewandt?

• Umgang mit dem Pferd und Erleben des Pferdes in dessen natürlichem Umfeld
• Pferd putzen, streicheln
• Wahrnehmungsschulung mit Hilfe des Pferdes
• Sitzen / Liegen auf dem geführten Pferd
• Geführte Schrittausritte
• Entspannungsmethoden, Fantasiereisen auf bzw. mit dem Pferd
• Selbständiges Führen mittels Körpersprache / Freiarbeit
• Erlebnispädagogische Angebote (Geschicklichkeitsspiele, Themenstunden usw.)

Für geführte Schrittausritte und Spaziergänge mit den Pferden nutzen wir bevorzugt den nahegelegenen Wald, da dieser den Klienten eine Vielzahl zusätzlicher Reize bietet und das gemeinsame Erleben im Sinne von "Unterwegs sein", "gemeinsam einen Weg beschreiten" unterstützt.

Daneben fördert der Aufenthalt in der Natur die Wahrnehmung und wirkt beruhigend durch die gleichbleibende Präsenz von unaufdringlichen Reizen (Vogelgezwitscher, Hufgeklapper des Pferdes, raschelndes Laub usw.), welche den Klienten nicht überfordern.

Welche Ziele hat HBP?

• Selbstwert aufbauen

• Freude und Lebensqualität empfinden

• Individuelle Entfaltung persönlicher Kraftpotenziale und Ressourcen

• Vermittlung zwischen Kopf- und Gefühlsebene

• Sich wieder annehmen können und verdrängte Persönlichkeitsanteile annehmen und integrieren

• Frustrationstoleranz stärken und Empathie fördern

• Nähe/Distanz erleben

Preise

• 1 Einheit ca. 60 Minuten = 40 Euro
• 1/2 Einheit ca. 30 Minuten = 20 Euro

Hinweis:

Da das Grundkonzept "Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd" im Rahmen einer Einzeleinheit auf die Dreierkonstellation Begleiter-Klient-Pferd abgestimmt ist, ist es in Einzelfällen, besonders bei Klienten mit schweren körperlichen Einschränkungen, möglich, dass nicht alle Methoden angewandt werden können.

Anders als bei der Hippotherapie (Krankengymnastik auf dem Pferd) und u.U. auch bei anderen Unterformen der klassischen Reittherapie, arbeite ich nicht mit zusätzlichen Begleitpersonen, die den Klienten auf dem Pferderücken sichern oder fixieren könnten. Daher muss beim Vorgespräch individuell geklärt werden, welche Methoden geeignet und praktikabel sind.

Da das HBP jedoch für alle Menschen mit oder ohne Einschränkung zugänglich sein soll, gibt es neben dem Reiten bzw. Sitzen auf dem Pferd eine Vielzahl an Methoden, bei denen der Klient nicht "aufs Pferd" muss um von dessen positiver Wirkung zu profitieren.

Die oben genannten Zielsetzungen des HBP sind nicht an Übungen auf dem Pferd gebunden, sondern werden durch den Umgang mit diesem und die Beziehungsgestaltung erreicht.